Ferdinand Raimund
Ausgewählte Briefe und Anzeigen

An ein Theaterkomitee, 1825

       

Wien den 3t Juni 825

Hochlöbliche Comité!

Auf Ihre schmeichelhafte Zuschrift habe ich die Ehre zu erwiedern, daß ich Ihnen mein Zauberspiel: Der Diamant des Geisterkönigs, gegen ein Honorar von 20 Dukatenfür Buch und Musik, anbithe, und in Folge Ihrer Zuschrift das Buch sogleich beiliegend übersende.

In Betreff der szenischen Darstellung läßt sich manches, ohne dem Total-Effeckte bedeutend zu schaden, auf eine leichtere Art einrichten. So kann z, B. am Schluße des 1t Ackts die vorgeschriebene Anzahl der Pudel auch vermindert werden; die Dekorazion des Feuerberges im 2t Ackt kann entweder ganz wegbleiben, oder wenigstens nur die 2t Dekorazion des Blumenberges dargestellt werden; sämmtliche Tänze können füglich ganz wegbleiben.

Noch nehme ich mir die Freiheit, Sie auf die Maske des Pudels aufmerksam zu machen, der durch einen kleinen Knaben dargestellt werden muß. Sollten Sie es vielleicht bequemer finden, selbe schon ganz fertig und sehr gut gemacht, zu erhalten, so übernehme ich mit Vergnügen die Bestellung derselben, und übersende sie Ihnen, auf Ihr beliebiges Verlangen, um den Preiß von 40 fl. Einl: Schein:

Ich unterzeichne mich mit der Versicherung innigster Hochachtung
einer hochlöbl: Comité

ergebenster Ferdinand Raimund

Zu den Angaben in fl. (Gulden) und Dukat:

Der Dukat war in Österreich als Goldmünze „charakteristisch“ (vgl. Die Ära Metternich, S. 65), sein Wert betrug zwischen 1820 und 1830 etwa 4,5 Gulden.

Die von Raimund genannten Beträge werden nach dem Börsenindex vom 1. Februar 2007 wie folgt in Euro umgerechnet:

10 Gulden = 160 €

15 Gulden = 240 €

100 Gulden = 1600 €

150 Gulden = 2400 €

180 Gulden = 2880 €

200 Gulden = 3200 €

500 Gulden = 8000 €

1200 Gulden = 19.200 €

1800 Gulden = 28.800 €

10 Dukaten = 720 €

12 Dukaten = 864 €

16 Dukaten = 1152 €

20 Dukaten = 1440 €

25 Dukaten = 1800 €

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