Ferdinand Raimund
Ausgewählte Briefe und Anzeigen

An den Musikalienhändler
Ferdinand Hekel in Mannheim

       

[Wien, nach 7. November 1828]

In Erwiederung Ihres freundschaftlichen Zuschreibens vom 7. d. M. habe ich die Ehre Ihnen bekannt zu machen, daß Niemand bei mir für Sie mein Original-Zauberspiel: „Der Alpenkönig und der Menschenfeind“ bestellte, und wenn es auch geschehen wäre, ich doch keine Notiz davon genommen hätte, da ich bei derlei Geschäften immer den direkten Weg für den besten achte, und mein Werk nur den Betreffenden selbst einhändige. –

Sie werden es daher auch nicht ungütig nehmen, wenn ich es gegenwärtig selbst Ihnen nicht über» sende, da ich es wohl an Theater-Directionen, aber an kein sonstiges, damit Handel treibendes Geschäft verkaufe. - Sollte, wie Sie gütigst in Ihrem Schreiben zu bemerken beliebten, die großherz. Hoftheater-Intendanz sich an Sie gewendet haben, um mein Werk zu erhalten, so bitte ich bloß die löbl. Intendanz im direkten Wege an mich zu adressiren, und Sie werden mich sehr verbinden. – Übrigens hat sich schon vor einiger Zeit der dortige Schauspieler Herr Ritter um dieses Stück an mich gewendet und ohne es noch erhalten zu haben, es schon dem Herrn v. Cerf, Theaterunternehmer zu Berlin, um eine geringere Summe, als ich es zu senden vermag, angetragen. – Sie sehen also, daß die Erfahrung misstrauisch macht, wiewohl gegen Sie in keinem Falle

Ihr ergebner
Raimund

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