Ferdinand Raimund
Ausgewählte Briefe und Anzeigen

An die k. k. Polizei-Oberdirektion
in Wien

       

[Wien, am 28. September 1830.]

‹Schon› einmahl fand ich mich genöthiget den ‹Inhab›er der Privat Geschäftskanzley He‹rrn Gab›riel Glaß /-Singerstrasse No 901:/ ‹wege›n unbefugten Handel mit meinen ‹We›rken bey der hochlöblichen Polizei‹Ober›Direction anzuklagen, da er aber ‹damah› ls standhaft läugnete, mein Eigenthum jemand zum Kaufe angebothen zu haben, so konnte aus Mangel an Beweisen nichts veranlaßt werden; nachdem sich diese aber nun vorgefunden haben, wie der ergebenst hier beygelegte original Brief der großherzoglich waimar'schen Hoftheater Regie, zeiget: so bitte ich die Hochlöbliche Polizei Ober Direction wolle gnädigst K. Gabriel Glaß vernehmen: wie er zum Besitze meines Eigenthumes gelangt, und mit welchem Rechte er mir durch den unrechtmäßigen Verkauf desselben mein Einkommen verkürzt?

Ich verharre mit ausgezeichneter Ehrfurcht
Der Hochlöblichen Polizei Ober Direktion
Wien am 28ten September 830.

Ergebenster
Raimund
Schauspieler wohnhaft in der Jägerzeile N 503.

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